Caylins bisherige Erfahrungen
Dienstag, November 1, 2011 at 8:36
Desiree

Caylin verbrachte vor kurzem ihre Herbstferien mit mir. Ich bat sie um eine kurze Beschreibung ihrer bisherigen Erfahrungen:

Hallo, mein Name ist Caylin. Ich bin 15 Jahre alt und ich schreibe Ihnen aus Deutschland. Meine Geschichte ist wirklich erstaunlich und das verdanke ich den Leuten, die mir noch immer dabei helfen, meine Träume zu verwirklichen.

Wir planten meinen Aufenthalt in Deutschland eine ganze Zeit, bevor ich hierher kam. Ich hatte ehrlich gesagt auch so viel zu tun wie Tante Dez, Gail und Tante Cheryl. Ich fing an, an der Sache zu zweifeln. Dann dachte ich, dass ich nicht mehr fahren würde, wegen der Probleme mit meinem Visum und dem Reisepass. Cheri Jaftha (Cheryls Tochter) und ich verkauften Muffins in der Schule, um den Passantrag zu bezahlen. Tante Dez' Sohn, Luca, hat meinen Flug mit seinem Taufgeld bezahlt. Viele Menschen haben mir geholfen. Ma (unsere Oma) nahm sich die Zeit mich zu Terminen zu fahren, zum Beispiel für die Passbilder oder um mein Visum abzuholen. Es machte ihr nichts aus. Tante Cheryl, Tante Dez und Tante Gail haben mir auch bei den Dokumenten und der Schreibarbeit geholfen. Sie machten es möglich. Alle Schwestern, Familie und Freunde waren da, als ich sie brauchte.

In Deutschland ist es bisher sehr schön. Die Schule ist toll, die Leute sind super und einfach nur hier zu sein ist klasse. Ich habe richtig Glück gehabt.

Ich war mit meiner Klasse in Belgien und in den Niederlanden und ich hatte wirklich Spaß. Ich habe neue Leute kennengelernt und viel Neues erfahren. Ich habe gesehen, wie unterschiedlich die Menschen hier im Vergleich zu mir sind. Zum Beispiel scheinen die Mädchen und Jungen sehr reif für ihr Alter zu sein und sie wissen, was richtig und was falsch ist. Sie sind außerdem groß, also körperlich. Es scheint, dass die Eltern ihren Kindern genug vertrauen, um sie ihren Spaß haben zu lassen, da sie wissen, dass sie vorsichtig sein sollen. Für mich sind sie, wie die meisten Leute hier, umweltfreundlich. Sie recyceln Glas, Papier, Dosen, usw. Statt mit dem Auto, fahren sie eher mit dem Fahrrad. Auch ältere Menschen im Alter von 50 oder Anfang 60.

Ich hätte nie im Leben daran gedacht, mit dem Fahrrad überall hin zu fahren, auch zur Schule. Und ich muss meine Augen nur für eine Sekunde schließen … und Schwupps, sieht man ein Fahrrad. Vielleicht übertreibe ich, aber ich sehe wirklich unglaublich viele Fahrräder hier.

Meine Gastfamilie ist echt toll. Wir haben Spaß zusammen und ich meine wirklich großen Spaß. Sie geben mir das Gefühl, dass ich Teil der Familie bin und deswegen mag ich sie sehr. Sie kümmern sich wirklich um mich und ich möchte sie und auch niemand anderen enttäuschen. Alles, was ich tun kann, ist beten und hart arbeiten.

Ich verbrachte meinen ersten Urlaub in der Schweiz mit meiner besten Freundin Cheri, Tante Dez und Onkel Marc. Ich hatte Spaß und habe jeden Moment genossen. Cheri und ich fuhren für einen Tag nach Zürich und uns sind verrückte Sachen passiert. Und meistens habe ich einfach das Beste daraus gemacht.

Wenn man im Leben versucht, hart zu arbeiten und auch Spaß zu haben, kann man viel schaffen.

Für mich ist es eine tolle Erfahrung, die Chance zu haben, hier zu sein und die Welt zu sehen. Nur weil Leute denken, dass sich in einem anderen Land oder auf einem anderen Kontinent Ihre Haltung gegenüber Ihrer Umwelt verändert, bedeutet nicht, dass es wirklich so ist. So gerne wie ich hier bin, ich würde mir kein Leben ohne Südafrika wünschen. Hier sein zu können ist großartig und zu sehen und zu wissen, dass andere Kinder die gleiche Chance haben können, ist ein gutes Gefühl. Den Kindern oder Jugendlichen wird gezeigt, dass es verschiedene Arten zu leben gibt, aber das heißt nicht, dass sie sich dadurch ändern. Du bist, wer du bist und du triffst deine eigenen Entscheidungen. Und es ist toll, ferne Orte sehen zu können und immer noch zu wissen, dass ein Zuhause in Südafrika wartet, denn das ist das beste Gefühl. Und währenddessen hat man Spaß.

Ich möchte mich bei all den Menschen bedanken, die für mich da sind und die sich um mich kümmern … Ich danke euch.

Article originally appeared on Care and Development of Children (http://www.careanddevelopment.ch/).
See website for complete article licensing information.